Sprechende Akten. NS-Opfer und ihr Ringen um Entschädigung

Nach dem Zweiten Weltkrieg bot die noch junge Bundesrepublik den Opfern und Verfolgten des Naziregimes so genannte “Wiedergutmachungszahlungen”. Doch nicht nur der Begriff war problematisch, auch der Prozess, eine solche Zahlung zu erhalten, gestaltete sich häufig als äusserst schwierig. Denn die Sachbearbeiter, die über die Zahlungen entschieden, urteilten sehr unterschiedlich. Teilweise mit äußerster Härte, manchmal voller Verständnis. Aber stets nach geltender Gesetzeslage.
Das Landesarchiv Baden-Württemberg möchte diesen Teil deutscher Historie mit diesem Podcast wieder sichtbar machen und hat einige Entschädigungsakten ausgesucht, die nicht nur zeigen, welche Geschichten sich hinter den bürokratischen Verfahren verbergen, sondern auch, wie chaotisch die Regelungen teilweise waren. Und wie ein Land versucht hat, das Grauen aufzuarbeiten, das es gerade erst begangen hat.

Sprechende Akten ist eine Produktion des Landesarchivs Baden-Württemberg.
Umgesetzt von WE ARE PRODUCERS in Zusammenarbeit mit POOL ARTISTS. Finanziert vom Bundesministerium der Finanzen.

Sprechende Akten. NS-Opfer und ihr Ringen um Entschädigung

Neueste Episoden

Widerstand im Untergrund: Der Stuttgarter Antifaschist Alfred Hausser

Widerstand im Untergrund: Der Stuttgarter Antifaschist Alfred Hausser

32m 48s

1934 wird der erst 22-jährige KPD-Aktivist Alfred Hausser von der Gestapo verhaftet, weil er sich im aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus befindet. Es folgen Jahre in Haft unter grausamen Bedingungen. Aber er wird nicht gebrochen, sondern möchte seinen Teil zu einem neuen Deutschland beitragen. Sein eigener Kampf um Entschädigung wird dabei zum behördlichen Kleinkrieg, in dem er seiner antifaschistischen Gesinnung stets treu bleibt.

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Robert, Martha und Else Liefmann. Eine Abrechnung mit der bundesdeutschen Wiedergutmachung.

Robert, Martha und Else Liefmann. Eine Abrechnung mit der bundesdeutschen Wiedergutmachung.

40m 10s

Dass auch das Aufwachsen mit dem protestantischen Glauben nicht vor Inhaftierung und Tod schützt, belegen die Schicksale der aus einer ehemals jüdischen Familie stammenden Geschwister Liefmann, die 1940 in das Internierungslager Gurs deportiert wurden. Robert Liefmann überlebte die Lagerhaft nicht; seinen Schwestern gelang die Flucht nach Zürich. Nach dem Krieg kämpfte vor allem die jüngste Schwester Else um die Anerkennung des Unrechts, das ihr und ihren Geschwistern widerfahren war – mit durchwachsenem Erfolg und der steten Frage, was „Wiedergutmachung“ eigentlich bedeutet.

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Ein Damenimitator im Fadenkreuz: Die Geschichte von Michael Mayer

Ein Damenimitator im Fadenkreuz: Die Geschichte von Michael Mayer

37m 3s

Michael Mayer führt unter dem Künstlernamen Hilmar Damita eine erfolgreiche nationale und internationale künstlerische Tätigkeit. 1933 wurde ihm die öffentliche „abnorme Zurschaustellung seines Lebenswandels“ verboten. Auch seine öffentlich zur Schau gestellte Ablehnung der Nationalsozialisten hat Konsequenzen: Mehrfach verhaftet, lässt er sich 1944 aus Angst vor dem Konzentrationslager "entmannen". Michael Mayer starb 1969 in München – ohne je einen Pfennig an Entschädigungszahlungen erhalten zu haben.

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Frieda Salamon. Eine Jüdin und ihre Odyssee durch Lager und Behörden

Frieda Salamon. Eine Jüdin und ihre Odyssee durch Lager und Behörden

45m 28s

Deportation ins Ghetto Sevljus, Lagerhaft in Auschwitz, Gleiwitz, Ravensbrück und Roebel – Frieda Salamon hat sie alle überlebt. 1945 gelingt ihr schließlich die Flucht und sie wandert in die USA aus. Die physischen und psychischen Auswirkungen der Verfolgung und Inhaftierung begleiten sie jedoch ihr Leben lang. Nach Kriegsende stellt sie mehrere Anträge auf „Wiedergutmachung“ – und muss sich den vielen Fallstricken der deutschen Wiedergutmachungspraxis stellen.

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